Gemeindebau

Bedeutung

Gemeindebauten sind städtische Wohnhäuser mit günstigen Mieten. In Wien gibt es Gemeindebauten in jedem Bezirk, und ein großer Teil der Wienerinnen und Wiener wohnt in einem. „Gemeindebua“ (und „Gemeindemadl“) bezeichnet jemanden, der dort groß geworden ist. Das ist meistens liebevoll und mit Stolz gemeint: bodenständig, direkt, mit Herz und Schmäh.

Herkunft

Den Anfang machte das „Rote Wien“ in den 1920er-Jahren. Gegen die damalige Wohnungsnot ließ die Stadt große Wohnanlagen mit Innenhöfen, Grünflächen, Waschküchen und Kindergärten bauen. Der bekannteste Gemeindebau ist der Karl-Marx-Hof in Döbling. Bis heute ist der Wiener Gemeindebau international ein Vorbild für sozialen Wohnbau. „Bua“ ist übrigens die mundartliche Form von „Bub“.

So sagt man's

  • „I bin a echter Gemeindebua aus Favoriten.“Ich bin im Gemeindebau in Favoriten aufgewachsen.
  • „Im Hof vom Gemeindebau ham ma früher Fuaßboi gspüt.“Im Hof des Gemeindebaus haben wir früher Fußball gespielt.
  • „Gemeindemadl bleibt Gemeindemadl.“Wer im Gemeindebau groß geworden ist, bleibt das auch.
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